Industrielle Zuckeralternativen

In meinem Artikel „Kein Zucker, was dann?“ habe ich dir erklärt, welche natürlichen Süßungsmittel ich verwende. Es gibt natürlich noch viele weiteren Alternativen zu Zucker, die in meinen Rezepten jedoch keine Anwendung finden, da sie für mein Empfinden zu stark industriell verarbeitet sind. Ein paar davon möchte ich dir hier kurz vorstellen.

Reissirup

Zuckergehalt: ca 62%
Um aus Reis den süßen Reissirup herzustellen, wird der Reis mit Enzymen fermentiert. Dabei wird die Stärke in Zucker umgewandelt. Gleiches passiert übrigens auch bei der süßlich schmeckenden Hafer- und Reismilch, die man kaufen kann.
Reissirup enthält im Gegensatz zu frischen oder getrockneten Früchten und Dicksäften keine Fructose. Daher ist er für Personen mit Fructoseintoleranz geeignet und in diesem Fall meiner Meinung nach das Süßungsmittel der Wahl.

Kokosblütenzucker / Palmzucker

Zuckergehalt: ca 94%
Um Kokosblütenzucker herzustellen werden die Blüten der Kokospalme abgeschnitten und der austretende Nektar aufgefangen. Eine Palme gibt am Tag etwa 2 Liter Nektar ab, aus dem etwa 500 g Kokosblütenzucker wird. Dieser wird so lange eingekocht, bis er auskristallisiert und zu Zucker vermahlen werden kann. Kokosblütenzucker hat eine karamellige Note. 
Der Zuckeranteil von ca 90% enstpricht fast dem vom Haushaltszucker (100%), wobei Kokosblütenzucker wohl den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lässt. Dazu gibt es aber noch keine eindeutigen Studien. 

Birkenzucker/ Xylit / E967

Zuckergehalt: 0% (Süßkraft entspricht der von Haushaltszucker)
Birkenzucker ist eigentlich kein Zucker, sondern ein Zuckeralkohol. Um ihn herzustellen, wird die Birkenrinde in Wasser ausgekocht, sodass sich die Xylose (Holzzucker) löst. An diese wird dann Wasserstoff gebunden. Das entstandene Xylit kristallisiert dann aus. Xylit kommt zwar auch natürlich in Früchten und Gemüse vor, jedoch in viel geringerer Dosis als dass es sinnvoll wäre, dieses darauf zugewinnen. 
Xylit kann in hohen Dosen abführend wirken. Positiv ist anzumerken, dass es den Blutzuckerspiegel nur wenig beeinflusst und antikariogen (also gegen Kariesbakterien) wirkt.

Erythrit / E968

Zuckergehalt: 0% (Süßkraft entspricht 70% von Haushaltszuckers)
Erythrit ist wie Xylit kein Zucker, sondern ein Zuckeralkohol. Er wird durch die Fermentation von Glukose gewonnen. Die Glukose hierfür stammt meistens aus Mais.
Wie auch Xylit kann sich Erythrit negativ auf die Verdauung auswirken. 

Stevia

Zuckergehalt: 0% (Süßkraft entspricht der 300-400 fachen von Haushaltszucker)
Stevia kam vor ein paar Jahren als „natürliche“ 0-Kalorien-Süße auf den Markt. Um Stevia zu gewinnen, wird den getrockneten und gemahlenen Blätter der Steviapflanze Alkohol zugesetzt, um die Steviaglycoside zu lösen. Dieser Sud wird dann gereinigt, aufbereitet und auskristalliert. Das entstandene Pulver hat ist 300-400 mal so süß wie Zucker. 

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